Was bleibt, wenn Spiritualität keine Form braucht?
Ein persönlicher Weg zwischen Erfahrung, Zweifel und dem, was im Alltag wirklich trägt – jenseits von Methoden und Konzepten.
Ich hatte so viele Ideen und Inspirationen zu „Spiritualität“ – und jetzt sitze ich hier und finde keinen richtigen Zugang. Oder besser: keinen Anfang. Ist das Thema so groß oder für mich gerade einfach nicht zu greifen?
Vermutlich liegt es vor allem am Begriff. In meinem Kopf tauchen schnell die vertrauten Bilder auf: Räucherstäbchen, Yoga, Buddhas. Tauche ich tiefer ein, sehe ich hell gekleidete Menschen, die zu wissen scheinen, wie ein Leben in Liebe, Licht und Frieden funktioniert – und die den anderen zeigen, wie es geht. Die „Erleuchteten“, die uns das lichte Leben erklären. Und genau da merke ich: In meiner Welt haben Hierarchie und Belehrung keinen Platz.
Wenn ich zurückblicke, hat mich das Energetische schon immer angezogen. Ich empfinde eine tiefe Verbundenheit zur Natur, zu Tieren, zu dem, was sich nicht erklären lässt und trotzdem spürbar ist. Schon früh fühlte ich, dass es mehr gibt als das, was wir mit dem Verstand erfassen können. Emotionale Schmerzen habe ich als tiefer erlebt als körperliche.
Ich „wusste“, dass etwas in uns gehört werden möchte.
Bereits Ende der 80er Jahre habe ich am liebsten in Naturkostläden oder direkt vom Hof eingekauft. Als ich zum Studium nach München kam, fand ich intuitiv den Weg zum Yoga und zur Meditation. Später begegnete mir Reiki. Ich habe sofort die Klarheit und Sanftheit dieser Energie gespürt, habe mich bis zum Meistergrad ausbilden lassen und viele Jahre damit gearbeitet.
Und gleichzeitig hat mich immer etwas irritiert: dieses strenge Regelwerk, dieses „richtig“ und „falsch“. Wie kann etwas, das als göttliche Energie verstanden wird, so engen Vorgaben unterliegen?
So ganz habe ich mich darin nie wiedergefunden. Es waren Methoden, die mich begleitet haben – aber die Formen und Rituale haben mir nie wirklich einen inneren Zugang geöffnet.
Als das Außen nicht mehr mitspielte
Real war für mich lange nur das Außen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass mein Inneres einen Einfluss auf meine Wirklichkeit haben könnte. Daher habe ich versucht, Dinge im Außen zu lösen: es gut zu machen, es richtig zu machen, für Ausgleich zu sorgen. Ein Muster, das ich schon früh gelernt habe.
Dann kam der Punkt, als das nicht mehr funktioniert hat. Ich habe mich von meinem damaligen Mann getrennt, und in der Folge brach auch der Kontakt zu meinen Kindern ab. Ich fand mich mitten in einem Konflikt wieder, in dem ich nichts mehr steuern konnte. Egal, was ich sagte oder tat – die Wirkung lag außerhalb meines Wirkungsfeldes. Ich hatte keinen Zugriff.
Das auszuhalten war schwer. Vor allem, weil es nichts gab, woran ich im Außen „arbeiten“ konnte. Kein Gespräch, das etwas klärt. Kein Verhalten, das etwas verbessert. Und gleichzeitig war in mir der starke Wunsch, etwas zu verändern – denn Stillstand fühlte sich nicht wie eine Option an.
Mir blieb nur, mich selbst zu ändern.
Es war weniger eine bewusste Entscheidung als mehr die einzige Möglichkeit, die ich sah. Ich konnte nicht beeinflussen, was andere denken oder fühlen. Aber ich konnte anfangen wahrzunehmen, was in mir passierte.
Ich durfte lernen, welche Wirkung es hat, wenn ich meine Sicht und Bewertung verändere. Aus der Adlerperspektive ergeben sich auf einmal neue Zusammenhänge. Ich habe begonnen, meine Gedanken ernst zu nehmen, meine Gefühle nicht wegzudrücken und mich zu fragen, was eigentlich gerade wirklich in mir wirkt. Zu den weiteren wesentlichen Schritten gehörten: Hinschauen, Annehmen, Loslassen, Dankbarkeit und Vergeben.
Und nach und nach hat sich etwas verändert, anfangs weniger im Außen, dafür tief in mir. Rückblickend war das wahrscheinlich der Wendepunkt, an dem Spiritualität für mich eine andere Bedeutung bekommen durfte. Keine Methode oder Lebenskonzept – sondern etwas sehr Konkretes im eigenen Erleben.
Was sich verändert hat – auch in meiner Arbeit
Diese persönliche Entwicklung spiegelt sich heute auch in meinem beruflichen Wirken wider. In meiner früheren Begleitung zu „Soul Marketing“ habe ich Zusammenhänge erklärt, Strategien aufgezeigt, konkrete Schritte entwickelt. Die Erwartung – auch meine eigene – war meist, dass nach einem Gespräch ein klarer Plan steht, der nur noch umgesetzt werden muss.
Dabei habe ich erlebt, dass Unternehmerinnen oft sehr genau verstehen, was für ihre Sichtbarkeit zu tun wäre. Und trotzdem kommen sie nicht ins Handeln. Ihnen fehlt es nicht an Wissen, sondern sie sind oft innerlich blockiert: Zweifel, alte Muster, ungünstige Glaubenssätze, Unsicherheit. Dinge, die sich nicht durch noch mehr Information lösen. Nur wie konnte ich sie dabei unterstützen?
Erst durch THEKI, eine Bewusstseinsmethode von Sandra Weber, konnte ich das, was ich zuvor intuitiv erlebt habe, wirklich greifen und bewusst anwenden. Es ist ein Zugang, mit dem wir unsere natürliche Verbindung zu uns selbst wieder öffnen und halten können. Mich berührt jedes Mal die Einfachheit, Tiefe und Wirksamkeit. Für mich vereint es alles, was Transformation braucht: Klarheit, Bewusstsein und innere Wahrheit.
Mein Wirken hat sich dadurch verändert. Ich stelle heute andere Fragen. Ich sehe und höre mein Gegenüber wirklich. Ich versuche nicht mehr, Lösungen zu liefern. Sondern ich begleite dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Die Antwort trägt jeder Mensch bereits in sich.
Ich halte den Raum und unterstütze beim Ent-Wickeln. Und genau hier passiert oft schon das Entscheidende. Es kommt vor, dass jemand in eine Session kommt und sagt: „Bereits nach unserem Vorgespräch hat sich schon so viel bewegt.“ Ohne dass wir überhaupt konkret daran gearbeitet haben.
Mein Alltag
Wie mein Einstieg zeigt, habe ich keine einfache Antwort darauf, welche Rolle Spiritualität in meinem Alltag spielt.
Spiritualität ist für mich: Bewusstsein, Verbindung, Präsenz, Annehmen, Sein.
Sie ist leise und wirkt hinter den Fassaden. Sie zeigt sich nicht im Wissen darüber, sondern in dem, wie ich im Alltag da bin.
Es sind die kleinen, unscheinbaren Momente. Zum Beispiel in Gesprächen: Ob ich wirklich zuhöre – oder innerlich schon bei meiner Antwort bin. Ob ich mein Gegenüber wirklich sehe und wertschätze, auch wenn wir verschiedener Natur sind.
Ich merke den Unterschied sehr deutlich in der Energie eines Gesprächs. Es gibt Begegnungen, nach denen ich mich müde und leer fühle. Und andere, aus denen ich gestärkt herausgehe, klarer, ruhiger, manchmal sogar mit dem Gefühl, dass sich innerlich etwas gelöst hat – ohne dass man genau sagen kann, wann das passiert ist.
Ähnlich ist es für mich in der Natur. In den Bergen, am Wasser oder im Wald brauche ich keine Methode oder Anleitung. Da entsteht eine Verbindung, die nichts von mir will und trotzdem viel gibt.
Und vielleicht zeigt sich genau darin, was ich mit „Erleuchtung“ verbinde. Nicht als Zustand, den man erreicht und dann vor sich herträgt. Sondern eher in einer sanften Präsenz. Ein Mensch, der nichts beweisen muss. Der andere nicht belehren muss. Der Perspektiven stehen lassen kann, auch wenn sie anders sind.
Was mich wirklich trägt
„Wenn sich jeder um sich selbst kümmert, ist für alle gesorgt.“ Ein Satz, der mir in diesem Zusammenhang immer wieder begegnet und in dem oft ein Vorwurf mitschwingt: Egoismus, jeder schaut nur auf sich.
Ich habe die Aussage schon immer anders empfunden: Sich um sich selbst zu kümmern bedeutet für mich nicht, sich über andere zu stellen oder nur um die eigenen Themen zu kreisen. Ich verstehe darunter: ehrlich hinzuschauen, mich selbst wahrzunehmen, und meine Gedanken und Gefühle ernst zu nehmen, statt sie zu übergehen.
Wenn ich mit mir in tiefer Liebe und wahrem Frieden bin, gebe ich das auch nach außen. Bin ich liebevoll mit mir, kann ich auch anderen Menschen wahrhaftig liebevoll begegnen.
Vielleicht ist es genau das, was für mich hinter dem Begriff Spiritualität steht – nichts Besonderes, sondern etwas sehr Alltägliches, das beginnt, wenn wir uns selbst und anderen bewusst und wahrhaftig begegnen.
Diesen Beitrag habe ich im Rahmen der Blogparade „Spiritualität – was trägt mich wirklich?“ von Alexandra Cordes-Guth geschrieben. Danke für die Inspiration, mich dem Wesen meiner eigenen Spiritualität zuzuwenden.
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