Business entsteht aus dir – nicht aus Positionierung
Alles ist in dir
Mehr passende Kundinnen gewinnen, sichtbarer werden, das Angebot schärfen oder die Positionierung noch einmal überarbeiten – viele Unternehmerinnen kennen diese Gedanken.
Wenn sich das Business nicht mehr richtig anfühlt, suchen wir oft zuerst nach einer neuen Strategie. Welches Angebot fehlt noch? Welche Positionierung passt besser? Auf welchem Kanal müsste ich sichtbarer sein?
Doch meist liegt die eigentliche Veränderung gar nicht im Außen. Sondern in dem, was schon lange da ist: der eigenen Geschichte, den Erfahrungen, den Entscheidungen und dem, was uns zu der Person gemacht hat, die wir heute sind.
Genau darüber habe ich mit Eva Laspas gesprochen. Sie ist überzeugt: Ein Business muss nicht ständig neu erfunden werden. Oft geht es vielmehr darum, den roten Faden im eigenen Leben zu erkennen und daraus etwas entstehen zu lassen, das wirklich zu einem passt.
„Das muss aus dir kommen. Das muss uns einen Spaß machen.“
Positionierung kann dabei sehr hilfreich sein. Sie gibt Sprache, Fokus und Orientierung. Aber ohne Verbindung zur eigenen Identität bleibt sie schnell eine Hülle. Dann klingt sie vielleicht gut, fühlt sich aber nicht nach dir an. Und genau das spüren auch die Menschen, mit denen du arbeiten möchtest.
- Vom Businessroman zum eigenen Buch
- Der rote Faden entsteht im Rückblick
- Business wird erinnert – nicht erfunden
- Viele suchen den ersten Schritt an der falschen Stelle
- Warum „Hobby zum Beruf“ mehr Wahrheit enthält als gedacht
- Warum es so schwer ist, nach innen zu schauen
- Sichtbarkeit – am richtigen Ort
- Warum Social Media nicht der einzige Weg ist
- Marketing ist Beziehung
- Entscheidungen, Leichtigkeit und innere Klarheit
- Warum Businessaufbau Zeit braucht (3 Jahre Perspektive)
- Rücklagen, Übergänge und echte Entwicklung
- Netzwerke und Verbindung
- Den eigenen Weg gehen
- FAQ
Vom Businessroman zum eigenen Buch
Vor knapp zwei Jahren war Eva schon einmal mit ihrem Format Businessroman bei mir im Gespräch. Inzwischen hat sie ihr eigenes Buch geschrieben: „Ich bin. Du bist. Wir wirken.“ Darin steht Beziehung als Kern emotionalen Marketings im Mittelpunkt.
Evas Weg zum eigenen Buch war keine geplante Marketingmaßnahme. Es war vielmehr ein Prozess des Zusammenfügens. Eva hatte über viele Jahre kleine Gedanken, Fragen und innere Hinweise gesammelt. Immer wieder tauchte dieselbe Frage auf: Was ist eigentlich der rote Faden in all diesen beruflichen Stationen?
Ein Buch kann genau diesen Raum eröffnen. Nicht als Leistungsbeweis und nicht als reine Verkaufsunterlage. Sondern als Möglichkeit, das eigene Wirken in seiner Tiefe zu verstehen. Gerade Unternehmerinnen, die schon viele Wendungen erlebt haben, kennen dieses Gefühl: Da ist viel Erfahrung, aber noch kein Bild davon, wie alles zusammenhängt. Eva zeigt, dass die eigene Geschichte nicht erst dann wertvoll ist, wenn sie perfekt sortiert und strategisch verwertbar ist. Sie wird wertvoll, wenn du beginnst, sie ehrlich anzuschauen.
„Zuerst die Geschichte aufzuschreiben, zu schauen, wo ist der rote Faden und was mache ich überall und immer.“
Der rote Faden entsteht im Rückblick
Es gibt Lebensläufe, die bestehen aus vielen einzelnen Teilen. Eine Ausbildung hier, ein Projekt dort, ein beruflicher Wechsel, eine Phase der Unsicherheit, neue Interessen, manchmal auch Abschiede. Während du mittendrin bist, fühlt sich das nicht immer logisch an. Eva beschreibt diesen Prozess sehr treffend über das Bild eines Puzzles. Wenn du nur die einzelnen Teile auf dem Tisch siehst, erkennst du noch nicht, welches Bild daraus entstehen soll. Ohne die Verpackung, ohne den Blick auf das Ganze, bleiben es lose Stücke.
Genau so kann es sich mit dem eigenen Businessweg anfühlen. Erst im Rückblick wird oft sichtbar, warum bestimmte Umwege nötig waren. Warum du an einer Stelle abbiegen musstest. Warum ein Projekt endete. Warum dir ein Thema plötzlich nicht mehr gefallen hat. Und warum eine Erfahrung, die damals vielleicht sinnlos wirkte, heute eine wichtige Grundlage für dein Wirken ist. Bei Eva wurde dieser rote Faden besonders klar, als sie zu ihrem 20-jährigen Jubiläum begann, ihren beruflichen Weg aufzuschreiben. Mit der Hand. Nicht als schnelle digitale Liste, sondern als echte Reflexion.
Warum Schreiben mit der Hand so viel auslösen kann
Eva empfiehlt, die eigenen beruflichen Stationen einmal handschriftlich festzuhalten. Das kann ein überraschend kraftvoller Schritt sein. Beim Tippen am Computer geht es häufig schneller. Beim Schreiben mit der Hand entsteht oft mehr Verbindung zu dem, was du gerade erinnerst.
Es geht dabei nicht darum, eine schöne Biografie zu schreiben, sondern Muster zu entdecken:
- Welche Themen ziehen sich durch deine verschiedenen beruflichen Phasen?
- Welche Rolle nimmst du immer wieder ein?
- Was fällt dir leicht, selbst wenn sich das Umfeld verändert?
- Wofür kommen Menschen immer wieder zu dir?
- Welche Probleme kannst du auf deine Art besonders gut verständlich machen?
- Welche Erfahrungen haben dich nicht nur gefordert, sondern geformt?
Der rote Faden ist nicht zwingend ein Berufstitel. Manchmal ist er eine Fähigkeit, eine Haltung, eine Art zuzuhören, ein Blick für Menschen, ein Talent, Ordnung in Komplexität zu bringen. Oder eine besondere Verbindung zwischen dem, was du fühlst, und dem, was du praktisch umsetzen kannst.
Business wird erinnert – nicht erfunden
Die Idee, dass Business erinnert werden darf, klingt zunächst vielleicht ungewohnt. Schließlich wird Unternehmertum oft mit Innovation, Tempo und ständiger Neuerfindung verbunden. Doch Erinnerung bedeutet nicht, stehenzubleiben oder alte Ideen unkritisch zu wiederholen. Es bedeutet, dich wieder mit dem zu verbinden, was du im Kern schon lange weißt. Mit dem, was dich wirklich interessiert. Mit deiner Art zu wirken und den Erfahrungen, die du nicht zufällig gemacht hast.
Eva hat ihre beruflichen Stationen später so zusammengeführt, dass aus jeder vergangenen Erfahrung ein Schritt für die Zukunft wurde. Und dabei begann der erste Schritt nicht am Anfang der Geschichte, sondern erstaunlich weit hinten. Das ist ein wichtiger Gedanke für alle, die gerade nach einem Neuanfang suchen: Du musst nicht immer bei null anfangen. Vielleicht darfst du erst verstehen, was du bereits gelernt hast. Vielleicht liegt dein nächster Schritt in etwas, das schon lange zu dir gehört, aber bisher noch keinen klaren Platz in deinem Business hatte.
„Ich musste erst all diese Lerneinheiten für mich transformieren, bevor ich dann zu Schritt 1 kommen konnte.“
Business aus der Essenz heraus entsteht nicht durch eine erfundene Rolle. Es entsteht, wenn du dich traust, die Rolle loszulassen, die du glaubst spielen zu müssen. Dann kann deine Positionierung aus etwas Echtem wachsen.
Viele suchen den ersten Schritt an der falschen Stelle
Wenn etwas nicht mehr passt, suchen wir oft sofort nach der Lösung. Dann soll ein neues Konzept her, eine neue Angebotsstruktur, eine neue Zielgruppe oder eine neue Strategie. Natürlich können diese Dinge sinnvoll sein. Aber sie sind nicht immer der erste Schritt.
Manchmal liegt der erste Schritt darin, wirklich hinzuschauen: Was ist eigentlich nicht mehr stimmig? Was ist zu Ende gegangen? Welches Thema ist innerlich längst abgeschlossen, auch wenn es nach außen noch funktioniert?
Eva beschreibt ihre Veränderungsprozesse als Business-Zyklen. Es gab Phasen, in denen etwas getragen hat, Spaß gemacht hat und sich richtig anfühlte. Und es gab den Moment, in dem klar wurde: Wenn sie damit weitermachen würde, müsste sie sehr viel verändern. Doch das Thema selbst hatte sie nicht mehr interessiert.
Das ist ein entscheidender Unterschied. Nicht jede Schwierigkeit heißt, dass du durchhalten musst. Manchmal fordert ein Business dich heraus, weil du wächst. Manchmal wird es schwer, weil du dich längst von etwas verabschieden möchtest.
Im Gespräch zeigt Eva, dass Unzufriedenheit durchaus ein Signal sein kann. Nicht als Zeichen des Scheiterns, sondern als Hinweis darauf, dass ein Zyklus ausläuft. Dann lohnt sich die Frage nicht nur: „Was kann ich optimieren?“ Sondern auch: „Was darf gehen?“
Ein Anfang darf unordentlich sein
Viele warten auf den perfekten Plan. Sie wollen erst die komplette Struktur, die gesamte Strategie und jede einzelne Etappe kennen, bevor sie beginnen. Aber nicht jeder Weg entsteht so. Manchmal darfst du an einem Punkt anfangen, der sich gerade zeigt. Aus diesem ersten Schritt kann sich später die Struktur ergeben. Das bedeutet nicht, planlos zu handeln. Es bedeutet, Raum dafür zu lassen, dass die Klarheit unterwegs wächst.
Gerade beim Aufbau eines neuen Businessbereichs kann Ausprobieren wertvoller sein als endloses Nachdenken. Die ersten Kundinnen zeigen dir, was passt. Ihre Fragen zeigen dir, was noch fehlt. Ihre Rückmeldungen helfen dir, dein Angebot präziser zu machen.
Warum „Hobby zum Beruf“ mehr Wahrheit enthält als gedacht
Vor 25 Jahren war ein Satz im Unternehmertum sehr präsent: Mach dein Hobby zum Beruf! Heute klingt das für manche naiv oder abgedroschen. Doch Eva erinnert daran, wie viel Wahrheit darin stecken kann. Wenn du dich wirklich für ein Thema interessierst, beschäftigst du dich automatisch intensiver damit. Du forschst nach, lernst weiter, beobachtest Nuancen und bleibst dran - weil du es wissen willst. Mit der Zeit wirst du darin zur Expertin.
Dann entsteht Kompetenz nicht allein aus einem Kurs oder einer Methode. Sie entsteht aus echter Beschäftigung. Aus Freude. Aus Wiederholung. Aus dem Wunsch, tiefer zu verstehen.
„Wenn du das, was dich so interessiert, Tag für Tag machst, darin forschst, dann wirst du zum Experten - ganz von selber.“
Das heißt nicht, dass jedes Hobby automatisch ein tragfähiges Business wird. Es bedeutet auch nicht, dass Selbstständigkeit keine Arbeit ist. Aber es heißt: Dein tiefes Interesse ist keine Nebensache. Es kann ein wertvoller Hinweis sein. Wenn du über Jahre in einem Thema unterwegs bist, jede Nische ausleuchtest und Freude daran hast, für Menschen wirklich passende Lösungen zu entwickeln, entsteht daraus oft etwas, das viel stärker ist als eine kurzfristig kopierte Marktidee.
Eva hat in ihrem eigenen Weg immer wieder auch dem eigenen Interesse vertraut. Sie beobachtete, was sie anzog, und schaute dann, wo daraus eine Entsprechung im Markt entstehen konnte. Das ist ein anderer Weg als zuerst auf Trends zu schauen und sich danach passend zu machen.
Warum es so schwer ist, nach innen zu schauen
So einfach es klingt, nach innen zu hören, so herausfordernd kann es sein. Denn viele Menschen haben früh gelernt, dass vor allem zählt, was sie können. Leistung wird gesehen. Anpassung wird belohnt. Funktionieren bringt Anerkennung.
Eva beschreibt es so: Das kleine Kind lernt schnell, den Fokus auf das Können zu legen und das eigene Sein zu schützen. Denn das reine „Ich bin“ ist verletzlich. Es ist dieses Strahlen, diese Eigenart, diese natürliche Art, da zu sein. Und sofort taucht die innere Frage auf: Kann ich damit wirklich Geld verdienen?
Dann beginnt die Suche im Außen. Nach etwas, das messbar, sicher und akzeptiert erscheint. Nach einem Angebot, das sich gut erklären lässt. Nach einer Positionierung, die niemanden irritiert.
Doch genau dort geht oft etwas Wichtiges verloren. Denn du wirkst längst mit dem, wie du bist. Deine Präsenz, deine Sprache, deine Haltung, deine Erfahrungen und deine Art, Menschen zu begegnen, sind Teil deines Business. Du musst sie nicht erfinden. Du darfst sie bewusster wahrnehmen und größer werden lassen.
Nach innen zu schauen heißt auch, Themen zu begegnen, die nicht nur angenehm sind. Vielleicht kommt eine alte Angst hoch. Vielleicht erkennst du, dass du etwas nur noch aus Gewohnheit machst. Vielleicht merkst du, dass du dich bisher kleiner gehalten hast, als du bist.
Das braucht Mut. Und es braucht Phasen, in denen das Außen leiser werden darf.
Sichtbarkeit – am richtigen Ort
Sichtbarkeit ist wichtig. Aber Sichtbarkeit bedeutet nicht, überall zu sein. Es bedeutet vor allem, dort aufzutauchen, wo die Menschen sind, mit denen du wirklich arbeiten möchtest.
Eva bringt es sehr klar auf den Punkt: Erst schaust du, was du machen möchtest. Dann schaust du, mit wem du es machen möchtest. Und erst danach schaust du, wo du diese Menschen triffst.
Das klingt logisch, wird aber im Marketing oft umgedreht. Viele starten mit der Plattform. Sie denken über Instagram, LinkedIn, Podcasts, Newsletter oder Videos nach, bevor überhaupt klar ist, wo ihre Kundinnen tatsächlich erreichbar sind.
Eva erzählt von einer Kundin, deren Kundschaft vor allem in einem bestimmten städtischen Umfeld lebt. Diese Menschen sind nicht automatisch überregional und dauerhaft in sozialen Netzwerken auf der Suche. Sie treffen sich vor Ort, etwa beim Mutter Kind Turnen oder in ihrem direkten Alltag. Für diese Unternehmerin kann lokale Sichtbarkeit viel wirksamer sein als pausenloser Content.
Je nach Business können passende Orte sehr unterschiedlich aussehen:
- Arztpraxen oder andere lokale Einrichtungen
- Volkshochschulen und Bildungsorte
- Fachveranstaltungen und Netzwerktreffen
- Kooperationen mit passenden regionalen Unternehmen
- Persönliche Empfehlungen
- Gedruckte Informationen an Orten, an denen deine Zielgruppe wirklich ist
- Eigene Veranstaltungen oder kleine Gesprächsräume
Es geht nicht darum, Social Media abzuwerten. Es geht darum, dich nicht von einem vermeintlichen Pflichtprogramm in die Erschöpfung führen zu lassen. Punktgenaue Sichtbarkeit darf leichter, menschlicher und erfolgreicher sein als ständige Präsenz auf allen Kanälen.
Warum Social Media nicht der einzige Weg ist
Social Media kann sinnvoll sein. Es kann Vertrauen aufbauen, Expertise zeigen und langfristig Menschen auf dich aufmerksam machen. Aber es ist nicht der einzige Weg zu Kundinnen. Und es ist auch nicht für jedes Business der schnellste oder passendste Weg.
Eva hat selbst erlebt, dass eine längere Pause auf LinkedIn keine negativen Auswirkungen auf ihre Buchkundinnen hatte. Sie bekam weiterhin Anfragen. Das ist eine wichtige Erinnerung: Die eigene Sichtbarkeit hängt nicht ausschließlich an der Frequenz von Posts.
Online Sichtbarkeit braucht zudem Zeit. Bis Menschen dich wiederholt wahrnehmen, Vertrauen entwickeln und buchen, kann es dauern. Der digitale Raum ist voll. Die Reichweite ist nicht automatisch da, nur weil du regelmäßig veröffentlichst.
Offline kann Verbindung oft schneller entstehen. Ein echtes Gespräch, ein Kontakt bei einer Veranstaltung, eine Empfehlung oder ein Flyer am passenden Ort kann direkte Wirkung entfalten. Das ist nicht altmodisch. Es ist zielgerichtet.
Die richtige Frage lautet daher nicht: „Muss ich auf Social Media sein?“ Sondern: „Welcher Weg bringt mich mit den richtigen Menschen in Kontakt, ohne dass ich mich dabei verliere?“
Wenn Instagram dir Freude macht und deine Kundinnen dort aktiv sind, kann es genau richtig sein. Wenn es dich dauerhaft auslaugt, kaum Resonanz bringt und dich von deiner eigentlichen Arbeit abhält, darfst du neu entscheiden.
Marketing ist Beziehung
„Marketing ist Beziehung“ ist einer der zentralen Sätze von Eva Laspas. Dahinter steckt eine einfache Wahrheit: Solange du mit Menschen arbeitest, entsteht Vertrauen zwischen Menschen.
Ein Post allein baut nicht automatisch eine tragfähige Beziehung auf. Auch eine perfekt formulierte Website ersetzt kein ehrliches Gespräch. Marketing beginnt dort, wo du dich wirklich für die andere Person interessierst. Was braucht sie? Woran steht sie gerade? Welche Sprache versteht sie? Was hilft ihr wirklich weiter?
„Solange ich noch mit Menschen arbeite, dann soll das Ganze menschlich sein.“
Beziehung bedeutet nicht, jedem etwas verkaufen zu wollen. Es bedeutet auch nicht, aufdringlich zu werden. Im Gegenteil: Eine gute Verbindung lässt Menschen frei. Sie dürfen spüren, ob dein Angebot zu ihnen passt. Sie dürfen Nein sagen. Und sie dürfen wiederkommen, wenn der richtige Zeitpunkt da ist.
Emotionales Marketing ist damit keine Manipulation. Es ist die Fähigkeit, Menschen ernst zu nehmen. Ihre Bedürfnisse zu sehen. Klar zu kommunizieren. Und die eigene Haltung nicht hinter lauten Verkaufstechniken zu verstecken.
Wenn du aus deiner Identität heraus sichtbar wirst, ziehst du eher Menschen an, die genau diese Art von Zusammenarbeit suchen. Das macht Marketing nicht immer sofort leicht. Aber es macht es stimmiger.
Entscheidungen, Leichtigkeit und innere Klarheit
Entscheidungen können unglaublich schwer werden, wenn du dich nur an äußeren Regeln orientierst. Dann entstehen endlose Pro und Contra Listen. Überall gibt es Empfehlungen, Methoden und Meinungen dazu, wie etwas gemacht werden sollte.
Eva formuliert einen sehr klaren Maßstab: So wenig wie möglich machen, um so viel wie möglich Effekt zu erzielen.
Das ist keine Einladung zur Bequemlichkeit. Es ist eine Einladung zur Wirksamkeit. Nicht jede Aufgabe muss in dein Business. Nicht jede Plattform, nicht jedes Angebot und nicht jeder Trend verdient deine Energie.
Innere Klarheit hilft dabei, Entscheidungen einfacher zu treffen. Wenn du weißt, wofür du stehen möchtest, mit wem du arbeiten willst und wie du arbeiten möchtest, fallen viele Möglichkeiten automatisch weg.
Leichtigkeit entsteht dann nicht, weil alles mühelos ist. Sie entsteht, weil du nicht dauernd gegen dich selbst arbeitest. Weil deine Strategie dich unterstützt, statt dich zu überfordern. Weil deine Angebote zu deiner Energie, deinem Alltag und deinem Leben passen.
Eva bezieht in ihre Arbeit auch den Maya Kalender ein. Sie arbeitet mit individuellen Energien, mit der Energie eines Business und mit Zeitqualitäten, die sich verändern. Ihr Gedanke dahinter: Alles kann jederzeit gemacht werden, aber manche Vorhaben fallen in bestimmten Phasen leichter als in anderen.
Für dich kann das eine Einladung sein, nicht jede Anstrengung sofort als persönlichen Fehler zu deuten. Wenn etwas schwer ist, darfst du fragen: Braucht es mehr Ausdauer, eine andere Vorgehensweise oder vielleicht einen anderen Zeitpunkt?
Warum Businessaufbau Zeit braucht
Eine der wertvollsten Aussagen aus dem Gespräch ist auch eine der ehrlichsten: Ein neues Business oder ein neuer Businessbereich braucht Zeit. Eva hat die Erfahrung gemacht, dass ihre neuen Wege etwa drei Jahre brauchten, bis sie wirklich Fuß gefasst hatten.
Drei Jahre. Nicht drei Wochen. Nicht ein halbes Jahr mit garantierten Traumumsätzen. Diese Perspektive kann erst einmal ernüchternd wirken. Gleichzeitig kann sie enorm entlasten.
Viele hören zu früh auf, weil nach wenigen Monaten noch nicht alles so läuft, wie sie es sich wünschen. Dann wird das Angebot wieder verworfen, die Strategie komplett gewechselt oder der eigene Weg infrage gestellt. Dabei kann genau diese Zeit notwendig sein, um sichtbar zu werden, Erfahrungen zu sammeln und das Angebot zu verfeinern.
Die ersten Kundinnen sind dabei keine kleine Zwischenstufe. Sie sind Teil der Entwicklung. Mit einer Kundin merkst du vielleicht, dass etwas zu viel ist. Mit der nächsten stellst du fest, dass ein Baustein fehlt. Dann passt du dein Angebot an und probierst erneut. So entsteht echte Passung.
Diese Haltung schützt dich davor, jeden ersten Entwurf für endgültig zu halten. Dein Business darf wachsen. Deine Sprache darf klarer werden. Deine Preise, Formate und Abläufe dürfen sich verändern. Nicht, weil du unentschlossen bist, sondern weil du lernst.
Rücklagen, Übergänge und echte Entwicklung
Über Geld wird beim Businessaufbau oft viel zu wenig ehrlich gesprochen. Dabei sind Rücklagen ein entscheidender Faktor, wenn du etwas Neues entwickeln willst.
Eva beschreibt sehr konkret, wie Übergänge aussehen können. Zunächst trägt das alte Business das neue mit. Dann wächst der Aufwand. Irgendwann entsteht ein Spagat: Das Alte braucht noch Energie, aber das Neue braucht sie ebenfalls. Vielleicht ist es fast eine 50 zu 50 Situation.
Genau dann wird es schwierig, wenn keine finanzielle Grundlage da ist. Denn unter Druck entsteht schnell das Gefühl: Ich muss sofort Umsatz machen. Ich muss schnell Kundinnen gewinnen. Ich muss das Alte loslassen, kann es aber noch nicht. Dieser Druck ist nicht nur belastend. Er wird oft auch spürbar für potenzielle Kundinnen.
Rücklagen schaffen Handlungsspielraum. Sie helfen in Zeiten, in denen das Geschäft langsamer läuft. Sie ermöglichen aber auch, ein neues Projekt aufzubauen, ohne dass es sofort alles tragen muss.
Wenn der richtige Moment gekommen ist, kann das Alte bewusst verabschiedet werden. Nicht aus Panik, sondern mit einem Plan. Dann bekommt das Neue mehr Raum und Energie, um wirklich aufzublühen.
Was Rücklagen im Übergang ermöglichen
- Du kannst ein neues Angebot testen, ohne sofortige Ergebnisse erzwingen zu müssen.
- Du kannst Übergangsphasen bewusster gestalten.
- Du musst nicht jede Anfrage annehmen, die nicht zu dir passt.
- Du kannst Entscheidungen aus Klarheit statt aus Angst treffen.
- Du gibst deinem neuen Business Zeit, Vertrauen und Aufmerksamkeit.
Rücklagen sind keine Garantie für Erfolg. Aber sie sind eine Form von Selbstfürsorge im Unternehmertum. Sie geben dir die Möglichkeit, nachhaltiger zu wachsen.
Netzwerke und Verbindungen
Niemand muss ein Business allein aufbauen. Eva betont, dass Netzwerken einer der wichtigsten Teile von Unternehmertum ist. Schon früh in ihrer Selbstständigkeit erkannte sie, dass ohne Verbindung vieles unnötig schwer wird. Deshalb gründete sie bereits 2002 ein Netzwerk.
Netzwerken heißt dabei nicht, möglichst viele Visitenkarten zu sammeln oder jede Begegnung sofort in einen Verkauf umzuwandeln. Es geht darum, Menschen kennenzulernen. Zu hören, wofür sie stehen. Zu verstehen, wie sie arbeiten. Und sich mit der Zeit gegenseitig vertrauen zu lernen.
Vielleicht wird jemand aus deinem Netzwerk nie deine Kundin. Aber diese Person weiß, wer du bist und was du machst. Wenn sie dann jemanden kennt, der genau deine Unterstützung braucht, kann eine Empfehlung entstehen.
„Mit Reden kommen die Menschen zusammen.“
Gerade Speed-Networking, persönliche Treffen und echte Gespräche können viel bewirken. Du bekommst Rückmeldungen. Du hörst Erfahrungen anderer. Du entdeckst Kooperationsmöglichkeiten. Und du merkst, dass viele Fragen, die sich für dich gerade riesig anfühlen, schon andere vor dir hatten.
Netzwerke können auch Mut geben. Nicht, weil sie dir jeden Weg abnehmen. Sondern weil sie dich erinnern: Du bist nicht allein. Andere sind durch ähnliche Übergänge gegangen. Sie haben ausprobiert, gezweifelt, verändert und weitergemacht.
Dein eigenen Weg gehen
Ein Business, das wirklich zu dir passt, entsteht selten durch eine einzige brillante Idee. Es entsteht in Schichten. Aus Erfahrung, aus Fehlern, aus Freude, aus Abschieden, aus Mut und aus dem Wiedererkennen dessen, was dich im Kern ausmacht.
Vielleicht ist die wichtigste Frage deshalb nicht: „Wie positioniere ich mich richtig?“ Vielleicht ist sie: „Wer bin ich, wenn ich aufhöre, mich passend machen zu wollen?“
Von dort aus können Angebote entstehen, die wirklich nach dir klingen. Sichtbarkeit kann gezielter werden. Marketing kann menschlicher werden. Entscheidungen können leichter fallen. Und dein Business darf ein Ausdruck deines Lebens sein – nicht etwas, in das du dich jeden Tag neu hineinzwängen musst.
Eva erinnert zum Schluss an etwas, das gerade in unsicheren Phasen wichtig ist: Durchhalten. Nicht blind und nicht gegen jede innere Wahrheit. Aber mit dem Vertrauen, dass Angst oft dort auftaucht, wo du deine bisherige Komfortzone verlässt.
„Immer wenn wir ein bisschen Angst haben oder das Gefühl haben, das schaffe ich jetzt nicht, dann ist das meistens ein Zeichen, dass ich über meine bisherige Komfortzone einen Schritt hinausmache und wachse.“
Dein Weg muss nicht aussehen wie der von anderen. Er darf langsam sein. Er darf sich verändern. Er darf sich erst im Rückblick ganz zeigen.
Bleib neugierig auf das, was in dir längst angelegt ist.
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FAQ
- Was heißt es, ein Business aus der eigenen Identität aufzubauen?
Es bedeutet, dein Business nicht nur nach Markttrends oder fremden Vorgaben auszurichten. Deine Erfahrungen, Werte, Interessen, Fähigkeiten und deine Art zu wirken werden zur Grundlage für Angebote, Marketing und Entscheidungen. Positionierung entsteht dann nicht als aufgesetztes Konzept, sondern als Ausdruck dessen, was dich wirklich ausmacht.
- Wie finde ich den roten Faden in meinem beruflichen Werdegang?
Schreib deine beruflichen Stationen am besten mit der Hand auf. Schau nicht nur auf Jobtitel, sondern auf wiederkehrende Themen, Fähigkeiten und Rollen. Frage dich, was du in unterschiedlichen Kontexten immer wieder gemacht hast, welche Probleme du gut lösen kannst und wofür andere dich um Unterstützung bitten.
- Muss ich für mein Business auf Social Media aktiv sein?
Nein. Social-Media-Kanäle können sinnvolle Plattformen sein, aber nicht jeder Kanal passt zu jedem Business. Entscheidend ist, wo du deine Wunschkundinnen tatsächlich erreichst. Das können auch lokale Orte, Kooperationen, Veranstaltungen, Netzwerke, Empfehlungen oder persönliche Gespräche sein.
- Wie lange dauert es, ein neues Business erfolgreich aufzubauen?
Eva Laspas berichtet aus ihrer Erfahrung, dass neue Businesswege ungefähr drei Jahre brauchen können, um wirklich Fuß zu fassen. In dieser Zeit wird getestet, gelernt, angepasst und Vertrauen aufgebaut. Ein langsamer Start bedeutet nicht automatisch, dass die Idee nicht funktioniert.
- Warum sind finanzielle Rücklagen beim Businessaufbau so wichtig?
Rücklagen nehmen Druck aus Übergangsphasen. Sie helfen dir, ein neues Angebot in Ruhe aufzubauen, während das alte Business dich noch trägt. Ohne diese Grundlage entsteht schnell der Zwang, sofort Umsatz machen zu müssen. Mit Rücklagen kannst du klarer entscheiden und nachhaltiger wachsen.
- Was bedeutet „Marketing ist Beziehung“?
Marketing ist Beziehung, weil Menschen mit Menschen arbeiten. Es geht darum, die Bedürfnisse anderer ernst zu nehmen, ehrlich zu kommunizieren und Vertrauen aufzubauen. Nicht jeder Kontakt muss sofort zu einem Verkauf führen. Doch echte Verbindung sorgt dafür, dass Menschen dich kennen, dir vertrauen und dich weiterempfehlen können.
- Was kann ich tun, wenn sich mein Business nicht mehr stimmig anfühlt?
Halte zuerst inne, statt sofort eine neue Strategie zu suchen. Prüfe, was genau nicht mehr passt. Ist es nur eine Herausforderung, die Wachstum bedeutet? Oder ist ein Business Zyklus wirklich zu Ende? Erlaube dir, deine Interessen, deine Energie und deine bisherigen Erfahrungen neu anzuschauen. Der nächste Schritt zeigt sich oft klarer, wenn du nicht sofort im Außen nach Antworten suchst.
Über Eva Laspas
Eva Laspas ist Autorin, Unternehmerin, Buchmentorin und Expertin für emotionales Marketing mit Beziehung. Seit über 25 Jahren begleitet sie Menschen dabei, ihr Business aus der eigenen Essenz heraus aufzubauen – jenseits von Trends, Druck und standardisierten Strategien.
Mit ihrem Format des Businessromans verbindet sie unternehmerische Identität, Lebensgeschichte und Positionierung in einer Form, die nicht nur verstanden, sondern auch gefühlt wird. Ihre Arbeit vereint Erfahrung, Intuition und Klarheit – mit dem zentralen Gedanken:
Jede Marke beginnt mit einem echten „Ich bin“.
Das erwähnte Interview "Faszination Businessroman - weil Geschichten verkaufen"
Evas Businessroman „Ich bin. Du bist. Wir wirken.“
Hier triffst du Eva:
Manchmal beginnt Veränderung mit einem Gespräch. Wenn du spürst, dass es Zeit ist hinzuschauen, melde dich für ein unverbindliches Klarheitsgespräch.
Wie geht's dir wirklich?
Im Außen funktioniert alles – und trotzdem fühlt sich etwas nicht mehr richtig an. Im Gespräch mit Svenja Neupert geht es um innere Leere, Wendepunkte im Leben und die Frage, wie wir wieder näher zu uns selbst finden.
Kindheitstrauma verwandeln – und im Business wachsen
Oft sind es die Erfahrungen, die wir uns nie gewünscht hätten, die uns am stärksten verändern. Ein Gespräch mit Imke Limarys Simons über innere Stärke, Heilung und die Frage, wie wir unseren eigenen Weg finden.
Zwischen den Welten
Die wichtigste Erkenntnis der letzten Monate war überraschend einfach: Mein Warum darf bleiben. Verändert hat sich vor allem die Frage, die mich heute bewegt – und die Richtung, in die ich mit meiner Arbeit gehe.
Erfolg braucht weibliche Essenz statt Marketing-Maske
Erfolg allein macht nicht automatisch erfüllt. Isabel Ihm erzählt von ihrem Weg aus der Konzernwelt und davon, warum echte Sichtbarkeit dort beginnt, wo wir aufhören, uns zu verbiegen.
Mit deinen Gaben zum erfüllten Herzensbusiness
Was, wenn dein Business nicht mit einer Strategie beginnt – sondern mit dir selbst? Im Gespräch mit Bianka Maria Seidl tauchen wir ein in die Kraft der inneren Klarheit und wie die Verbindung zu deiner Essenz das Business transformieren kann.
Herzensbusiness: Erfüllt und finanziell frei leben
Im Gespräch erzählt Amata Bayerl von ihrem ungewöhnlichen Weg: fast 20 Jahre im Kloster, der mutige Austritt und der Aufbau eines Herzensbusiness, das Spiritualität und finanziellen Erfolg verbindet.